Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes e.V.

GFPA German Fire Protection Association

Richtlinie 10/04 Dekontamination bei Einsätzen mit ABC-Gefahren

Stand: Oktober 2014


Die überarbeitete Richtlinie ist in Kürze über den VdS-Verlag als gedruckte Version 2014-10 erhältlich.

Hinweis: Siehe auch FwDV 500. Bei der Definition der Dekon-Stufen und beim Personaleinsatz am Dekon-Platz wurde die vfdb-Richtlinie 10/04 im Vergleich zur FwDV 500 auf Grund der seit 2003 entstandenen Erfahrungswerten von Anwendern und Ausbildungseinrichtungen modifiziert. Das Referat 10 befand sich dazu im fachlichen Austausch mit der Projektgruppe Feuerwehr-Dienstvorschriften. Weitere Änderungen ergaben sich aus der überarbeiteten FwDV 500. Dieses werden seit 2013 von einem Arbeitskreis des Referates geprüft und ein neuer Entwurf wurde erarbeitet und für die Fachkundigen als Richtlinienentwurf auf unseren Seiten veröffentlicht und auf der vfdb Jahresfachtagung 2014 in Dortmund auch vorgestellt. Im Herbst 2014 wurde die überarbeitete Richtlinie vom Präsidium freigegeben und wird in Kürze beim VdS-Verlag in gedruckter Form erhältlich sein.


Foto: Berufsfeuerwehr Düsseldorf

Bei Feuerwehreinsätzen mit ABC-Gefahren sind neben der eigentlichen Gefahrenabwehr auch Maßnahmen für die Dekontamination von Personen und Geräten erforderlich. Das Referat 10 der vfdb hat die Problematik aufgegriffen: Die vfdb-Richtlinie 10/04 - Dekontamination bei Feuerwehreinsätzen mit ABC-Gefahren - wurde erstmals 1998 verabschiedet. Nach acht Jahren und der zwischenzeitlichen Einführung der FwDV 500 war es erforderlich, diese Richtlinie zu aktualisieren. Eine konzeptionelle Abstimmung mit den Planungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist erfolgt. Ebenso wurden die Inhalte des Bund-Länder-Konzeptes zur Verletzten-Dekontamination, Stand September 2005, berücksichtigt. Im weiteren Verlauf erfolgte die Überarbeitung zum neuen Stand 10/2014.

Als Planungshilfe bei der Umsetzung der Richtlinie wurde ferner ein ergänzendes Merkblatt mit Handlungsempfehlungen und Ausstattungsvorschlägen erarbeitet, das Sie auf unseren Merkblattseiten herunterladen können.

Bezugsquelle

Die vollständige Richtlinie können Sie beim VdS-Verlag bekommen.

Beispiel: Lage der Dekon-Plätze und Verlauf der Wege an einer ABC-Einsatzstelle

                     

Abb. 6.3-1: Lage der Dekon-Plätze und Verlauf der Wege an einer ABC-Einsatzstelle Beispielhafter Auszug: Die Dekon-Matrix

Dekon-Maßnahmen für Einsatzpersonal in Abhängigkeit von der Dekon-Stufe und den Kontaminationen

Einsatzart

Dekon-Stufe I

Not-Dekon (auch für Verletzte!)

Dekon-Stufe II

Standard-Grobreinigung

Dekon-Stufe III

Erweiterte Dekon

A-Einsatz

Kontaminierte Kleidung ablegen!

Kontaminierte Hautpartien (möglichst trocken) reinigen!

Wenn möglich Person auf   Restkontamination (Kont.-Nachweisgerät) überprüfen.

Bei Verdacht auf   Hautkontamination ist die Person einem geeigneten Arzt vorzustellen.

Schutzkleidung   sorgfältig ablegen, ggf. Systemwechsel im Atemschutz durchführen.

Mindestens nach, ggf. zusätzlich   vor dem Ablegen der Schutzkleidung Person   auf Kontamination (Kont.-Nachweisgerät) überprüfen. Bei festgestellter   Kontamination Person einem geeigneten Arzt vorstellen!

Dekontamination   wie Stufe II und Nutzung bestimmter Sonderausstattung (z. B. Dusche, Zelte, Umkleidemöglichkeiten).

B-Einsatz

Kontaminierte Kleidung ablegen!

Haut (mind. Hände, Gesicht und kont. Hautpartien) desinfizieren und   waschen oder duschen!

Zulassung und Einwirkzeiten   beachten!

Bei Verdacht auf Hautkontamination   ist die Person einem geeigneten Arzt vorzustellen.

Desinfektion   der Schutzkleidungsoberfläche (mit Flächendesinfektionsmittel).

Nach der Einwirkzeit   Schutzkleidung abspülen (C-Dekon) und sorgfältig ablegen.

Reinigungsflüssigkeit auffangen.  

Bei Risikogruppe 3 und 4: Immer   Haut (mind. Hände, Gesicht und kont. Hautpartien) desinfizieren und waschen   oder duschen!

Desinfektion   wie Stufe II und Nutzung bestimmter Sonderausstattung (z. B. Duschen, Zelte,   Umkleidemöglichkeiten).

 

C-Einsatz

Kontaminierte Kleidung ablegen!

So schnell wie möglich kontaminierte Hautpartien mit Sprühstrahl reinigen!

Bei Verdacht auf   Hautkontamination Person einem geeigneten Arzt vorstellen.

Ggf.   Systemwechsel im Atemschutz durchführen.

Dekontamination i. d. R. mit Wasser   und Hilfsmitteln (vgl. 10.4).

Schutzkleidung sorgfältig   ablegen.

Reinigungsflüssigkeit auffangen.

Dekontamination   i. d. R. mit warmem Wasser (evtl. Reinigungszusätze verwenden) und bestimmter   Sonderausstattung (z. B. Dusche, Zelte, Umkleidemöglichkeiten).

Die Reinigungsflüssigkeit ist   aufzufangen.

 

Bei einer Mehrfachkontamination (A+B+C) gilt für die Schutzkleidung, die im Abschnitt 4 aufgeführte Reihenfolge: B -> C -> A




Zum VdS-Verlag: Bezugsadresse für vfdb-Richtlinien

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