Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes e.V.

GFPA German Fire Protection Association

Richtlinie 10 / 06 = VdS Richtlinie 2217 Umgang mit kalten Brandstellen:

Muster für ein Informationsblatt der Feuerwehren an brandgeschädigte Haushalte

Stand: Dez. 1998
6 DIN A4 Seiten

Die vfdb-Richtlinie 10/06 ist inhaltsgleich mit der VdS-Richtlinie 2217.


Foto: W. Velleur, Beispiel einer ausgebrannten Küche

Das gestiegene Umweltbewußtsein in der Öffentlichkeit hat ebenso wie verschärfte gesetzliche Forderungen dazu geführt, daß zunehmend selbst kleinere Wohnungsbrände als Umweltschäden angesehen und dementsprechend aufwendige Sanierungen gefordert werden. Hier sind sachliche Aufklärung über die tatsächlich vorliegende Gefährdung sowie abgestimmte Konzepte zum Umgang mit kalten Brandstellen dringend erforderlich.

Nach Ablöschen des Schadenfeuers und mit Abkühlung der Brandstelle werden die im Rauchgas vorhandenen organ-ischen Schadstoffe zunehmend an Ruß gebunden. Gerade diese stabile Bindung an Ruß verhindert, dass die beim
Brand gebildeten organischen Schadstoffe für den menschlichen Organismus z.B. über die Haut oder Atemwege
verfügbar sind und ihn schädigen können. Trotz der Anwesenheit von giftigen Stoffen besteht also an erkalteten
Brandstellen kein erhöhtes Gefahrenpotential. Diese Brandschadenerfahrung der vergangenen Jahre wurde durch
die Ausführungen des Bundesgesundheitsamtes bestätigt, nach denen die Bioverfügbarkeit rußadsorbierter
Schadstoffe gering ist.

Bei Bränden im Haus- und Wohnbereich ist in der Regel nicht damit zu rechnen, dass erhöhte Schadstoffbelastungen vorliegen, sofern keine größeren Mengen von PVC (z.B. stark belegte Kabeltrassen in Kellerräumen) verbrannt bzw. verschwelt sind. Die Reinigungs- und Sanierungstätigkeiten können deshalb auch vom Brandgeschädigten selbst vorgenommen werden. Dabei empfiehlt sich jedoch die Einhaltung von Schutzmaßnahmen, um zu verhindern,
dass z.B. aufgewirbelte Stäube eingeatmet oder die Hautoberfläche großflächig beschmutzt wird.

Eine entsprechende Orientierungshilfe für brandgeschädigte Hausbewohner sollte als Informationsblatt von den Feuerwehren bereitgehalten und bei Bedarf an den betroffenen Bürger ausgehändigt werden. Das vorliegende
Muster für ein solches einheitliches Informationsblatt der Feuerwehren wurde vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Zusammenarbeit mit der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) unter Berücksichtigung der vfdb-Richtlinie 10/03 "Schadstoffe bei Bränden" (vfdb-Zeitschrift 3/97, S. 102 ff.)
sowie der "Richtlinien zur Brandschadensanierung" (VdS 2357) erstellt und gemeinsam zur Anwendung empfohlen.

Das Informationsblatt kann individuell gestaltet werden, indem kommunale Ansprechpartner und wichtige regionale Bezugsadressen genannt werden. Dagegen sollte der zugrundeliegende Text inhaltlich nicht verändert werden.

Bezugsquelle

Die vollständige Richtlinie können Sie über den VdS-Verlag beziehen. Seit 28.10.2002 steht die VdS 2217 / vfdb 10/06
zudem im Volltext über die VdS-Homepage auch direkt zum Download bereit.

Zum VdS-Verlag: Bezugsadresse für vfdb-Richtlinien

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